Bitcoin konsolidiert weiter knapp unter 85.000 US-Dollar, während im Hintergrund die US-Anleihemärkte unter erheblichen Druck geraten: Die 30-jährige US-Staatsanleihe erreichte am 25. September 2026 mit 5,53 Prozent den höchsten Stand seit 2004. Gleichzeitig revidierte die Krypto-Börse Bitget den Schaden aus ihrem Hack vom 24. September deutlich nach oben – auf nun 387,5 Millionen US-Dollar. Hier die zwölf wichtigsten Krypto-Entwicklungen der vergangenen 24 Stunden im Überblick.
Bitcoin konsolidiert trotz Anleihen-Ausverkauf
Bitcoin bewegt sich weiterhin in einer enges Spanne um die 84.000-Dollar-Marke, obwohl die globalen Anleihemärkte spürbar unter Druck stehen. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe kletterte auf 5,53 Prozent – den höchsten Stand seit 2004. Auch die 10-jährige Rendite bewegt sich mit rund 5,20 Prozent auf einem Mehrjahreshoch. Ein anhaltender globaler Anleihen-Ausverkauf treibt die Zinsen weltweit nach oben, was eigentlich Risikoanlagen wie Bitcoin belasten müsste. Dass der Kurs trotzdem stabil bleibt, werten viele Marktbeobachter als Zeichen struktureller Stärke.
Bitget-Hack: Schaden auf 387,5 Millionen Dollar korrigiert
Die Krypto-Börse Bitget hat die Schadenssumme ihres Hacks vom 24. September nach weiterer On-Chain-Analyse von zunächst 351,6 Millionen auf jetzt 387,5 Millionen US-Dollar korrigiert. Die zusätzlichen 35,9 Millionen Dollar stammen laut Bitget aus zuvor nicht erfassten Zcash- und TRON-Transfers – es handle sich nicht um neue, zusätzliche unautorisierte Bewegungen. Betroffen sind neben XRP und ETH auch USDT, USDC, USDT0, Zcash (ZEC), tokenisiertes Gold (XAUT), BNB, Avalanche und TRON.
Bitget hat inzwischen einen gestaffelten Zeitplan für die Wiederaufnahme der Auszahlungen veröffentlicht: Bitcoin-Auszahlungen sollen ab dem 28. September starten, gefolgt von Ethereum-basierten Assets am 29. September und USDT am 30. September. Alle übrigen Token, Fiat-Auszahlungen und P2P-Handel sollen bis zum 2. Oktober folgen. Die Schadenssumme entspricht rund 84 Prozent des über 464 Millionen US-Dollar schweren User Protection Fund, mit dem Bitget den Verlust vollständig abdecken will.
Petition gegen deutsche Krypto-Steuerpläne erreicht den Bundestag
In Deutschland hat eine Petition gegen die geplante Verschärfung der Krypto-Besteuerung offenbar genug Unterschriften gesammelt, um formal an den Bundestag überwiesen zu werden. Das Vorhaben sorgt seit seiner Ankündigung für Kritik aus der deutschen Krypto-Community, die eine übermäßige regulatorische Belastung gegenüber international liberaleren Standorten befürchtet.
Solana durchbricht 120-Dollar-Marke
Solana ist erstmals seit Januar 2026 wieder über die Marke von 120 US-Dollar gestiegen und liegt damit mehr als 100 Prozent über seinem Jahrestief. Der Kurssprung reiht sich in eine breitere Erholung bei Altcoins ein und wird von Marktbeobachtern auch mit wachsendem institutionellem Interesse in Verbindung gebracht, nachdem unter anderem Charles Schwab Solana in sein Angebot aufgenommen hatte.
Altseason-Signal: Bitcoin-Dominanz fällt unter 60 Prozent
Ein von vielen Marktteilnehmern beobachteter Indikator hat eine wichtige Schwelle unterschritten: Der Anteil von Bitcoin an der gesamten Krypto-Marktkapitalisierung (Bitcoin-Dominanz) ist unter 60 Prozent gefallen. Historisch gilt ein solcher Rückgang häufig als frühes Signal für eine sogenannte Altseason, in der Altcoins gegenüber Bitcoin überdurchschnittlich zulegen.
CLARITY Act gescheitert: Saylor sieht “positiven Wendepunkt”
Der US-Senat hat den lange erwarteten Digital Asset Market CLARITY Act nicht vorangebracht – das Gesetz zur regulatorischen Einordnung von Kryptowährungen gilt damit vorerst als gescheitert. Strategy-Vorstandsvorsitzender Michael Saylor bezeichnete die Ablehnung überraschend als “positiven Wendepunkt” für die Branche: Die Industrie sei mit unterstützenden Regeln bestehender Aufsichtsbehörden wie SEC, CFTC und Finanzministerium besser bedient als mit den in der finalen Gesetzesfassung enthaltenen Einschränkungen. Ein Gesetz könne solche Restriktionen dauerhaft festschreiben, während regulatorische Leitlinien flexibler blieben.
Glassnode: Bitcoin schloss erstmals nie unter dem Realized Price
Die Onchain-Analyseplattform Glassnode weist auf eine Besonderheit des aktuellen Marktzyklus hin: Es handle sich um den ersten Bärenmarkt, in dem der Bitcoin-Kurs zu keinem Zeitpunkt unter den sogenannten Realized Price gefallen ist – jene Durchschnittskostenbasis, zu der die im Umlauf befindlichen Bitcoin zuletzt bewegt wurden. Ein Unterschreiten dieser Marke gilt traditionell als Zeichen extremer Marktschwäche; dass sie diesmal gehalten hat, deuten viele Analysten als Hinweis auf eine strukturell robustere Marktphase.
JPMorgan: Produktionskosten dämpfen Miner-Verkäufe
Eine Analyse von JPMorgan verweist darauf, dass Bitcoin oberhalb der geschätzten Produktionskosten von rund 85.000 US-Dollar pro Coin notiert. Dieser Umstand dämpft laut der Bank den Verkaufsdruck von Mining-Unternehmen, da diese bei aktuellen Kursen weiterhin profitabel arbeiten und weniger Anreiz haben, Bestände zur Kostendeckung abzustoßen.
Bitcoin-ETFs drehen 2026 ins Plus
US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs haben ihr Jahresdefizit von zwischenzeitlich 5,8 Milliarden US-Dollar (Stand 13. Juli) vollständig aufgeholt und liegen für 2026 nun wieder im positiven Bereich. Seit einer Ankündigung von US-Finanzminister Scott Bessent im August, verstärkt langlaufende Staatsanleihen zurückzukaufen, flossen den Fonds rund 4,6 Milliarden US-Dollar zu. Allein in einer sechstägigen Kaufserie kamen 2,84 Milliarden US-Dollar hinzu, darunter mit 999 Millionen US-Dollar am 21. September der bisher stärkste Einzeltag des Jahres. Verglichen mit den 35,2 Milliarden US-Dollar aus 2024 und 21,4 Milliarden US-Dollar aus 2025 bleibt das Gesamtjahr 2026 damit aber weiterhin deutlich schwächer.
Bitcoin-Abflüsse von Binance auf Mehrjahreshoch
Nach Daten von CryptoQuant verlässt Bitcoin die Börse Binance derzeit so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr. Analysten werten derartige Netto-Abflüsse von Handelsplätzen häufig als Indiz für sogenanntes FOMO-Verhalten (Fear of Missing Out): Anleger verschieben ihre Bestände in Self-Custody-Wallets in Erwartung weiter steigender Kurse, statt kurzfristig verkaufen zu wollen.
Fed legt erste GENIUS-Act-Regeln für Stablecoins vor
Die US-Notenbank Federal Reserve hat erste konkrete Umsetzungsregeln im Rahmen des GENIUS Act für Stablecoin-Emittenten vorgelegt. Im Zentrum stehen Vorgaben zu Kapitalanforderungen, Reservehaltung und verbindlichen Rückgabefristen für Nutzer. Die Regeln markieren einen weiteren Schritt zur formalen regulatorischen Einbettung von Stablecoins in das US-Finanzsystem.
Fazit
Der Krypto-Markt zeigt sich trotz eines historischen Anleihen-Ausverkaufs und eines der größten Börsenhacks des Jahres bemerkenswert stabil. Während regulatorisch mit dem Scheitern des CLARITY Act und neuen Fed-Stablecoin-Regeln gegensätzliche Signale kommen, deuten strukturelle Indikatoren wie der nie unterschrittene Realized Price, drehende ETF-Flows und sinkende Bitcoin-Dominanz auf eine Marktphase hin, die viele Analysten eher als Übergang in einen neuen Bullenzyklus denn als Vorboten eines finalen Ausverkaufs lesen.




