Bitcoin ist am Montagmorgen unter die Marke von 84.000 US-Dollar gerutscht, nachdem Präsident Trump ein Ende der Iran-Spannungen zwar in Aussicht gestellt, weitere Militärschläge vor den Midterms aber nicht ausgeschlossen hat. Gleichzeitig zeigen die Fundamentaldaten ein deutlich freundlicheres Bild: Bitcoin steuert auf das zweitbeste dritte Quartal seiner Geschichte zu, Solana-ETFs verzeichnen Rekordzuflüsse, und die globale Geldmenge erreicht ein neues Allzeithoch. Hier die wichtigsten Krypto-Entwicklungen der vergangenen 24 Stunden im Überblick.
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Bild: “Holding Bitcoin cryptocurrency coin” von Satheesh Sankaran, Lizenz CC BY 2.0, Quelle: Wikimedia Commons
Bitcoin unter 83.000 Dollar: Iran-Risiko drückt auf die Stimmung
Bitcoin fiel am Montag um rund 1,6 Prozent auf ein Intraday-Tief von etwa 83.100 US-Dollar, nachdem Trump am Sonntag zwar erklärt hatte, er erwarte ein baldiges Ende des Konflikts mit Iran, weitere Angriffe vor den US-Zwischenwahlen aber nicht ausschloss. Zuvor hatte Iran einen siebentägigen Waffenstillstand samt Wiedereröffnung der Straße von Hormus angeboten – ein Vorschlag, den Trump laut Berichten ablehnte. Trotz des Rücksetzers gelang Bitcoin am Wochenende bereits der zweite Wochenschluss in Folge über dem gleitenden 50-Wochen-Durchschnitt, was viele Marktbeobachter weiterhin als Zeichen einer intakten mittelfristigen Aufwärtsbewegung werten.
Trump kündigt Oval-Office-Ankündigung für 14 Uhr ET an
Für 14:00 Uhr Eastern Time (20:00 Uhr deutscher Zeit) hat das Weiße Haus eine Ankündigung von Präsident Trump aus dem Oval Office angekündigt, ohne das Thema vorab zu nennen. Der Termin folgt auf ein Abendessen mit Anthropic-CEO Dario Amodei und wird von Marktbeobachtern mit möglichen Weichenstellungen zur KI-Politik in Verbindung gebracht, etwa zu Genehmigungsverfahren für Rechenzentren oder neuen Chip-Zöllen. Krypto-Händler beobachten den Termin zusätzlich aufmerksam, da Trump wiederholt Aussagen zur Rolle von Bitcoin in staatlich geförderten Sparprogrammen gemacht hat.
CDU/CSU-Finanzpolitiker stellen sich gegen Abschaffung der Bitcoin-Haltefrist
In Deutschland formiert sich laut einem BILD-Bericht Widerstand innerhalb der Union gegen die von Finanzminister Lars Klingbeil geplante Abschaffung der einjährigen steuerfreien Haltefrist für Bitcoin und andere Kryptowerte. Finanzpolitiker wie Olav Gutting und Fritz Güntzler sollen sich demnach klar gegen die geplante Reform positionieren, während mehrere CDU-Ministerpräsidenten mit einer Blockade im Bundesrat drohen. Der bislang nur geleakte Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums sieht vor, dass Gewinne aus nach dem 31. Dezember 2026 erworbenen Kryptowerten künftig unabhängig von der Haltedauer besteuert werden sollen – bereits bestehende Bestände blieben laut Entwurf weitgehend geschützt. Ein finaler Gesetzentwurf liegt weiterhin nicht vor.
Bitcoin auf Kurs für zweitbestes Q3 der Geschichte, Ethereum auf Rekordkurs
Bitcoin hat im laufenden dritten Quartal rund 43,5 Prozent zugelegt und steuert damit auf sein zweitbestes Q3 aller Zeiten zu – nur das Quartal 2017 mit einem Plus von rund 80 Prozent war stärker. Noch deutlicher fällt die Bilanz bei Ethereum aus: Mit einem Kursplus von etwa 71 Prozent verzeichnet ETH das beste dritte Quartal seiner Geschichte und übertrifft damit den bisherigen Q3-Rekord aus dem Jahr 2025. Die Entwicklung ist bemerkenswert, da das dritte Quartal saisonal traditionell zu den schwächeren Handelsphasen im Kryptomarkt zählt.
Michael Saylor kauft weiter: Strategy hält jetzt 846.000 Bitcoin
Michael Saylors Unternehmen Strategy (vormals MicroStrategy) hat seine Bitcoin-Bestände in der vergangenen Woche um weitere 950 BTC für rund 75,7 Millionen US-Dollar aufgestockt. Damit hält das Unternehmen aktuell rund 846.000 Bitcoin – mehr als 4 Prozent der gesamten Bitcoin-Angebotsobergrenze von 21 Millionen Coins. Nach eigenen Angaben sitzt Strategy damit auf nicht realisierten Kursgewinnen von etwa 8,1 Milliarden US-Dollar. Saylor gilt weiterhin als größter institutioneller Einzelhalter von Bitcoin weltweit.
Zinswette dreht: Markt preist 64 Prozent Chance auf weitere Zinserhöhung im Oktober
An den Zinsmärkten hat sich die Stimmung zuletzt weiter eingetrübt: Laut CME-FedWatch-Daten preisen Händler inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 64 Prozent für eine weitere Leitzinserhöhung der US-Notenbank bei der Sitzung am 28. Oktober ein. Höhere Zinsen gelten grundsätzlich als belastender Faktor für risikoreichere Anlageklassen wie Kryptowährungen, da sie festverzinsliche Alternativen attraktiver machen. Gleichzeitig zeigt sich der Kryptomarkt bislang widerstandsfähig gegenüber dieser Erwartungshaltung.
US-Verbrauchervertrauen fällt auf zweitniedrigsten Stand der Geschichte
Das von der University of Michigan erhobene Verbrauchervertrauen in den USA ist im September auf einen finalen Wert von 48,1 Punkten gefallen – nach 51,7 Punkten im August und damit den zweitniedrigsten je gemessenen Stand. Der Rückgang unterstreicht die wachsende Verunsicherung amerikanischer Konsumenten angesichts hoher Zinsen, geopolitischer Spannungen und eines sich eintrübenden Arbeitsmarktes. Ökonomen werten schwache Konsumentenstimmung häufig als Frühindikator für eine nachlassende Konjunkturdynamik.
Globale Geldmenge erreicht Rekordhoch von 103,66 Billionen Dollar
Die weltweite Geldmenge M2 der großen Notenbanken – Fed, EZB, Bank of Japan und die chinesische Notenbank PBoC – hat mit 103,66 Billionen US-Dollar einen neuen historischen Höchststand erreicht. Allein im August kamen laut Daten rund 1 Billion US-Dollar hinzu, der zehnte monatliche Anstieg in Folge. Eine wachsende globale Liquidität gilt unter vielen Marktbeobachtern als struktureller Rückenwind für Vermögenswerte wie Aktien, Gold und Bitcoin, da mehr im Umlauf befindliches Kapital tendenziell in risikobehaftete Anlageklassen fließt.
Solana-ETFs mit Rekordwoche: 188 Millionen Dollar an Zuflüssen
US-Spot-ETFs auf Solana haben in der vergangenen Handelswoche rund 188 Millionen US-Dollar an Netto-Zuflüssen verzeichnet – die zweitstärkste Woche seit ihrem Marktstart. Bitwises BSOL-Fonds vereinte dabei mit rund 128 Millionen US-Dollar knapp 68 Prozent der gesamten Zuflüsse auf sich, gefolgt von Grayscales GSOL mit rund 28 Millionen Dollar. Allein am Freitag flossen den Fonds rund 87 Millionen US-Dollar zu – ein neuer Tagesrekord seit Auflegung der Produkte. Die kumulierten Netto-Zuflüsse aller Solana-ETFs summieren sich inzwischen auf über 1,6 Milliarden US-Dollar.
Quant (QNT) schießt nach Bankendeal um über 300 Prozent hoch
Der Token des Blockchain-Infrastrukturanbieters Quant hat binnen einer Woche einen Kurssprung von rund 322 Prozent verzeichnet und damit knapp 258 US-Dollar erreicht – allein innerhalb von 24 Stunden legte QNT um weitere 52 Prozent zu. Auslöser waren zwei am selben Tag verkündete Bankenpartnerschaften: The Clearing House, ein von 25 der größten US-Banken (darunter JPMorgan, Citi, Bank of America und Wells Fargo) getragenes Zahlungsnetzwerk, wählte Quants Technologie für sein “On-Chain Money Initiative” genanntes Projekt aus. Parallel bestätigte der britische Bankenverband UK Finance, dass Institute wie Barclays, HSBC UK, Lloyds und NatWest tokenisierte Pfund-Zahlungen live über Quants Plattform abwickeln. Analysten verweisen zudem darauf, dass Quant bereits zuvor als Partner im Pilotprojekt der Europäischen Zentralbank zum digitalen Euro ausgewählt wurde.
Fazit
Der Kryptomarkt bewegt sich derzeit zwischen zwei gegenläufigen Kräften: kurzfristige geopolitische Risiken rund um Iran belasten die Stimmung, während strukturelle Faktoren – Rekord-Geldmenge, starke ETF-Nachfrage bei Bitcoin und Solana, ein historisch starkes drittes Quartal sowie anhaltende institutionelle Käufe wie die von Strategy – den längerfristigen Trend weiter stützen. Die Trump-Ankündigung am Nachmittag sowie die Entwicklung der Iran-Situation dürften die kurzfristige Kursrichtung in den kommenden Tagen maßgeblich bestimmen.



